TRB beim W:O:A 2017

Na, was sagt ihr nun? TRB hat den Durchbruch geschafft und war im Metal-Mekka Wacken!

Ganz so ist es natürlich nicht – die reißerische Überschrift soll lediglich dazu dienen, dass dieser Blogeintrag fleißig gelesen wird.

TRB steht in diesem Fall für “Three Right Burgers” – aber auch die waren lediglich zum Lauschen in Wacken – die Instrumente blieben zu Hause, da die Bühnen dort eh ziemlich überlaufen sind und wir keine namhafte Band blamieren wollten 😀

Anreise / Tag 1

Vernünftige Plätze auf dem Campinggelände zu ergattern, erfordert eigentlich eine frühestmögliche Anreise (Montags sind die Pforten bereits geöffnet). Aber darauf hatte niemand in unserer siebenköpfigen Sachsenkamer Reisegruppe so recht Bock. Man einigte sich auf eine Abfahrt Dienstags um 22:00 Uhr. Damit war für die Fahrer schon mal vorab Schlafmangel angesagt. Gute Beziehungen zu einem langjährigen Festivalbesucher (Willi) sollten trotzdem einen Zeltplatz in der ersten Reihe garantieren.

Bis auf teils sintflutartige Regenfälle gestaltet sich die Anreise unkompliziert. Nach erfreulich kurzer Wartezeit werden wir auf den Campingplatz gelassen – allerdings nicht dahin, wohin wir wollen. Schließlich lassen sich die freundlichen Einweiser aber überzeugen: Man empfiehlt uns eine Route durch das bereits mächtig gefüllte Areal und lässt unsere beiden Autos auf eigene Gefahr und begleitet von gut gemeinten Ratschlägen (“auf dem Platz sind lauter Bekloppte unterwegs”) passieren. Nur ein einziges Mal bleibt eines der Fahrzeuge stecken (Schiebung!) – nach einer guten halben Stunde haben wir dann unseren Insider-Gastgeber Willi gefunden und ergattern tatsächlich einen perfekten Logen-Zeltplatz.

Während der Orientierungsfahrt dorthin dürfen wir bei einer Pinkelpause auch schon einen ersten Kontakt mit einem Besucher der ersten Stunde knüpfen. Hier der ungekürzte Urinal-Dialog:

VNSSFB: “Welche Zeit?”
Ich: “Wie – welche Zeit?”
VNSSFB: “Isses morgens?”
Ich: “Ja – halb 9”
VNSSFB: “passt!”
Ich: “Du bist schon länger hier, was?”
VNSSFB: “Montag – und du?”
Ich: “gerade gekommen”
VNSSFB: “welcher Tag ist heute?”
Ich: “Mittwoch”
VNSSFB: “passt!”

(Legende: Ich = Ich, VNSSFB = Völlig Neben Sich Stehender FestivalBesucher

Ich lasse das mal unkommentiert – wer weiß, wie wir selber nach zwei Tagen Wacken aussehen und was wir dann verzapfen…

Die Begrüßungsrituale bei Willi gestalten sich sehr herzlich und gehaltvoll. Das Frühstück treibt jedem Ernährungsexperten die Tränen in die Augen: gegrillter Schweinebauch mit Lakritzlikör und Pils. Schnell wird klar: gesund essen und trinken werden wir wohl erst wieder nächste Woche!

Nachdem unser Zelt steht und bezogen ist, wird das Gelände besichtigt. Noch sind fast alle Bereiche saftig grün – der berüchtigte Wacken-Schlamm scheint eine Legende zu sein…

Einige Stellplätze sind derart hingebungsvoll gestaltet, dass man den Eindruck gewinnt, hier gäb’s feste Wohnsitze…

Auf den großen Bühnen geht’s erst morgen ab, aber es ist doch schon das Eine oder Andere geboten: Im Bullhead-Circus schauen wir uns Flotsam & Jetsam, Ugly Kid Joe und Annihilator an. Und selbstverständlich geben wir uns im Beer Garden die Wacken Firefighters!

Den Abend lassen wir bei Willi mit lustigen Hackebeilspielchen ausklingen – mich als übernächtigten Fahrer zieht es dann aber schon relativ früh ins Zelt.

offizieller Festivalauftakt / Tag 2

7 Uhr – Mövengekreische, anspringende Stromaggregate, Mike Krüger?
Wecken in Wacken ist was für ganz Harte 😉

Dazu leichter Dauerregen. Die Wege verfärben sich langsam von grün nach braun.
Wir inspizieren die Duschen – die sanitären Anlagen sind absolut brauchbar.

Nach einem herzhaften Rührei-Frühstück geht’s weiter zu Willi. Hier werden wir gleich mal mit hochprozentigen Würfelspielen konfrontiert: Auf dem Speisenplan stehen mal wieder bunte Liköre – warum muss ich ständig an Hustensaft denken?

Es wird wieder sonnig – alles gut bis unvermittelt die Welt kurzzeitig untergeht. Das Festivalgelände wird geflutet Nach einer Viertelstunde (alles wieder vorbei) sieht Wacken endlich nach Wacken aus. Das Schuhwerk ist gefragt…

Gegen Abend geht’s dann aufs Festivalgelände vor die Hauptbühnen (Faster und Harder).

Status Quo heizen ein – wir kämpfen uns nach vorne, um Accept im Anschluss möglichst hautnah erleben zu können. Die sind mit einem tschechischen Symphonieorchester am Start, was nicht jedermanns Geschmack trifft. Benji strebt immer weiter nach vorne und wir wechseln bereits wieder die Bühne, denn Headliner heute ist Volbeat.

Schon super, das mal von ganz nah zu erleben, allerdings stehe ich es nicht ganz bis zum Ende durch. Für heute reichts.

Der teils mehr als knöcheltiefe Matsch fordert Tribut: Die Sachsenkamer Reisegruppe muss erste Verluste in Gestalt von zwei Paar Schuhen verkraften. Außerdem ist der Kraftaufwand beim Waten durch den Matsch nicht zu unterschätzen.

Was positiv auffällt: Der Sound auf den Freiluftbühnen ist 1a und nicht zu laut. Im Zirkuszelt jedoch geht nichts ohne Gehörschutz.

Festivalalltag / Tag 3

Wecken diesmal ohne Mike und ohne Regen – yeah!

Charly muss erstmal ohne adäquates Schuhwerk auskommen – die Gummistiefel-Dealer auf dem Gelände haben noch nicht geöffnet.

Wir teilen uns nach dem Frühstück auf – die Hartgesottenen stürzen sich wieder ins Würfel-Likör-Spiel, andere flüchten sich zu den Mittagskonzerten – wir lauschen Clawfinger und Kissin’ Dynamite.

Der Wechsel zwischen den Haupt- und den Zeltbühnen ist inzwischen echter Sport. Der Schlamm lässt die Waden “muskelkatern”. Zwischenzeitlich schauerts wieder mal. Langsam beschleicht uns der Verdacht, dass die Abreise sich kompliziert gestalten könnte…

Aber noch sind wir ja mittendrin – Peter und meine Wenigkeit fiebern schon Prong und Megadeth entgegen. Zweitere erfüllen unsere Erwartungen dann auch mehr als erhofft: Bester Sound bis hierher und eine gediegene Songauswahl – mein persönliches Highlight!

Das Betthupferl-Bier wird im Anschluss besonders gewürdigt: Morgen ist im Hinblick auf die Heimfahrt Enthaltsamkeit angesagt.

Finale / Tag 4

Eins ist inzwischen allen potentiellen Fahrern klar: Der Weg zurück wird kein Zuckerschlecken. All zuviel Schlaf hat keiner von uns gesehen und für den heutigen Samstag hat man sich schließlich auch noch was vorgenommen. Fest steht: Am Sonntags-Stau wollen wir definitiv nicht teilnehmen – Samstag Nacht wird durchgefahren!

Nach ausgiebigem Frühstück bei Willi (alles muss raus!!!) geht’s wieder aufs Festivalgelände. Geregnet hat es jetzt schon länger nicht mehr – die Beschaffenheit des Bodens ändert sich von weich nach hart. Grün wirds hier zwar nicht so schnell aber immerhin befahrbar 😉

Wir lauschen heute Beyond The Black, Powerwolf und Alice Cooper – machen dann noch beim abschließenden Lemmy-Requiem mit (“Heroes”-Cover vom ebenfalls verstorbenen David Bowie) und beschließen dann, dass um 20:30 Uhr Abfahrt ist.

Der Rest sind: Tränenreiche Abschiedsszenen (MERCI WILLI !!!!), Gruppenfoto-Shooting, “Warum passt das Zelt nicht mehr in die dafür vorgesehene Tasche?”-Gefluche sowie Rückreiserouten-Diskussionen. Dann sind wir auch schon wieder unterwegs nach Hause.

Fit ist keiner mehr – spätestens alle 80-100km ist Pause mit Fahrerwechsel angesagt. Die Vorfreude aufs heimische Bett eskaliert.
In den frühen Morgenstunden erreichen wir Sachsenkam – alle sind glücklich, geschafft, müde und um eine Erfahrung reicher- schee wars … und anstrengend!

(persönliches) Fazit

Nie wieder! So ein Schmarrn! Pure Zeit- und Geldverschwendung!

🙂

Spaß beiseite.
Momentan glaub ich nicht, dass Wacken mich so schnell wiedersieht. Das war jetzt mein erstes Festival seit 30 Jahren (Monsters of Rock – Nürnberg) aber es hat auf Anhieb wieder Spaß gemacht. Der nächste Ticketkauf wird jedenfalls wohl überdacht.
Wir waren ein “saugriabiger Haufen” – wenn sowas nochmal zsammgeht, wer weiß?

…oder, wenn die Einladung kommt, mit den Burgers eine der zahlreichen Bühne zu beschallen 😀

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